Kunst und (e)Lernen

12. März 2009 | By | Category: Keine Kategorie

Da dieser Blog „Carnival Blog“ heisst, würde ich eigentlich (fast) lieber was zum grössten und ultimativ besten Karneval der Welt, der Luzerner Fasnacht, schreiben als zu eLearning. Aber letzteres ist nun mal das Thema, das Sie interessiert…

Also: eine spannende Sache war sicher die von meinen Kollegen und mir organisierte Spinnersuite an der Learntec in Karlsruhe, wo wir uns eingehend mit dem Thema „Kunst und (e)Lernen“ auseinandersetzten.

Dazu eine Vorbemerkung: Ob all den sicherlich berechtigten Diskussionen über den Einsatz von Web 2.0 als Lerninstrumentarium geht oft unter, dass im Bereich eLearning wohl immer noch der Content in Form von Web Based Trainings das zentrale Element ist. Formen der didaktisch aufbereiteten Inhaltsvermittlung werden beim Kompetenzaufbau immer wichtig sein, denn Wissen bildet weiterhin die Basis von Kompetenz.

Diese kann natürlich durch Web-2.0-Technologien weiter genutzt und so gefördert werden. Ich denke, dass 90% des heutigen eLearnings in Firmen WBTs sind, und da harzt es weitgehend an einer motivierenden, herausfordernden, zum Denken anregenden Umsetzung/ Vermittlung. Häufig sind WBTs rein die Memotechnik fördernde und aktivierende Blättermaschinen, und die Interaktionen beschränken sich auf den Weiterknopf und die Memotechnik herausfordernde Fragestellungen.

Technologiegestütztes Lernen funktioniert zudem vorwiegend auf der textuellen Ebene, dazu auf einer meist rein sachlichen. Bilder haben nur illustrativen Charakter, Musik dient, wenn überhaupt, der Untermalung. Auch das vielbeschriebene Storytelling hat wenig Einfluss. Die Effizienz von computergestütztem Lernen liegt primär in der raschen, flächendeckenden Verbreitung, der ebensolchen Zugriffsmöglichkeit sowie der Möglichkeit des Absolvierungsnachweises. Alles Elemente, die wenig mit didaktischem Mehrwert zu tun haben.

Eine verstärkte Ausrichtung auf Bildsprache (Grafik, Illustration, Video) wie auch auf einen bewusst lernorientiert ausgerichteten Einsatz von Musik und Text würde nicht nur das LERNEN unterstützen, sondern auch die LUST darauf durch die Attraktivität des Mediums steigern. Gerade die Technik – der Computer – bietet da vielfältige Möglichkeiten. Und da könnte die KUNST doch wichtige Impulse liefern. Kunst arbeitet nicht mit Lösungen, sondern mit Fragen. Kunst regt an durch Querdenken, durch Störungen, durch ungewohnte Wahrnehmungen.

Unsere Fragestellung: Wie müssen textuelle, bildnerische und musikalische Elemente eingesetzt werden, damit computergestütztes Lernen attraktiver, lernorientierter und vor allem nachhaltiger gestaltet werden kann? – Damit sich nicht nur ein technischer, sondern auch ein didaktischer Mehrwert einstellt.

Solche und andere Fragen haben wir in der Spinnersuite diskutiert und versucht, unter Einsatz oder Einbezug der oben genannten Vorgehensweisen der Kunst, konkret umzusetzen. Ein tolles Projekt ist bereits dank Andrea Back mit Studenten ihres Institute of Information Management der Universität St. Gallen entstanden: es geht um die Verbindung von Kunstgegenständen und Kunstevents einer Firma mit deren Leitbild, Firmenkultur, Vision, Menschenbild.

Die Idee ist auch, dass wir die Ergebnisse der Spinnersuite sichtbar machen und weiter diskutieren – wenn es Sie interessiert, schauen Sie doch ab und zu mal bei uns vorbei: http://www.spinner-suite.com/forum – spätestens Anfang April möchte ich hier die Ergebnisse veröffentlichen und die Diskussion weiter führen.

Thomas Glatt (Credit Suisse)



3 Comments to “Kunst und (e)Lernen”

  1. […] Thomas Glatt (Credit Suisse, Spinnersuite) hofft auf die Impulse der Kunst, um computergestütztes Lernen attraktiver und lernorientierter zu gestalten (”Kunst und (e)Lernen”). […]

  2. Oliver N. sagt:

    „Content is king“ mag salop klingen, doch wird auch im E-Learning seine Anhänger finden. Die Technik haben wir, jetzt braucht es Inhalte.

  3. […] Thomas Glatt (Credit Suisse, Spinnersuite) setzt auf die Impulse der Kunst, um computergestütztes Lernen attraktiver und lernorientierter zu gestalten (”Kunst und (e)Lernen”). […]