Auf dem Weg zum E-Know-How-Management

9. März 2009 | By | Category: Keine Kategorie

Als ich diese Frage las, fühlte ich mich sofort in meine Grundschulzeit zurückversetzt. Soll ich einen Besinnungsaufsatz über mein letztes E-Learning Erlebnis schreiben? Oder geht es bei der Frage um mehr, als nur mein letztes E-Learning Erlebnis? Diese Frage habe ich mit meiner Kollegin, Katrin Keller, diskutiert.

Natürlich haben wir uns sofort an unser letztes „großes“ E-Learning-Erlebnis erinnert: Es ist ein Web-based Training zum Thema „Ethics & Compliance“, welches alle Accenture Mitarbeiter/-innen regelmäßig durchführen. Unseres Erachtens ist es ein wirklich gutes Training – nicht nur von der Aufbereitung, sondern auch von der Aktualität des Themas. Aber war das wirklich unser „allerletztes“ E-Learning Erlebnis? Unser Gespräch und unsere Gedanken lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Als Berater in einer der größten Managementberatungen steht „Lebenslanges Lernen“ auf unserer Tagesordnung. Es gibt in unserem Unternehmen eine enorm große Anzahl strukturierter E-Learning Angebote, auf die wir jederzeit kostenfrei zugreifen können. Viel wichtiger erscheint uns allerdings, dass wir permanent mit elektronischen Medien lernen.

Tagtäglich sind wir darauf angewiesen, unser Wissen aktuell zu halten. Wir lernen ständig und dabei nimmt das formale Lernen mit strukturierten Lernangeboten (wie z.B. Web-based Trainings) in unserer Wahrnehmung tendenziell ab. Die Systeme, mit denen wir arbeiten, verschmelzen zunehmend. Was sich bis vor kurzem noch in Kategorien wie Wissensmanagement, E-Learning, Kollaboration und Kommunikation einteilen lies, wird zunehmend ein verwobenes und komplexes Ganzes. Die Lernwelt von morgen gestaltet sich schon heute. Systeme wachsen zusammen, der Austausch von Informationen ist erheblich einfacher und schneller geworden. Unsere Mobiltelefone sind selbst kleine Computer, mit denen wir lernen, kommunizieren und kollaborieren.

Vielleicht lautet die Antwort auf die Frage „Was war Dein / Euer letztes E-Learning Erlebnis?“ in einem Blog 2012: „Im Jahr 2009 gab es noch ein richtiges Web-based Training, mit Lernpfad und Buttons zum Blättern, Video und Audio – heute 2012 sprechen wir von „E-Know-How-Management“.“

Vermutlich gibt es die strukturierten E-Learning-Erlebnisse bald nur noch für bestimmte Themenkreise (z. B. Systemeinführungen). E-Learning und damit Weiterbildung werden sich ändern. Vielleicht wird das Lernen schon bald viel stärker in und mit Netzwerken auf Basis vernetzter Information, praktisch und problemlösungsorientiert stattfinden: In einer „Umgebung“, in der „Know How“ erzeugt, aggregiert und gemanagt wird.

Der Kommunikations- und Medienwissenschaftler Michael Giesecke schrieb einmal: „Jahrhundertelang hielt man das Lernen aus Büchern überhaupt für unmöglich und jedenfalls für verwerflich.“ (Der Buchdruck in der frühen Neuzeit. Frankfurt: Suhrkamp 1991)

Was wir heute noch für unmöglich halten, wird vielleicht schon bald zum Alltäglichen gehören: Lebenslanges Lernen auf dem Weg zur informellen „E-Know-How-Management“. Dies erleben wir bereits jetzt schon, jeden Tag ein bisschen mehr.

Dr. Katrin Keller, Mathias Otte (Accenture GmbH, Talent & Organization Performance)



2 Comments to “Auf dem Weg zum E-Know-How-Management”

  1. […] Katrin Keller und Mathias Otte (Accenture) haben zusammen überlegt, was wohl 2012 in einem Blog stehen würde (”Auf dem Weg zum E-Know-How-Management”). […]

  2. […] Katrin Keller und Mathias Otte (Accenture) haben zusammen überlegt, was wohl 2012 in einem Blog stehen würde (”Auf dem Weg zum E-Know-How-Management”). […]