Jagen und Sammeln, bis das Thema erschöpft ist

4. März 2009 | By | Category: Keine Kategorie

Also gut, das hat was mit Lernen zu tun. Und darum erinnert es mich ein bischen an meine Schulzeit: „Was war Dein schönstes Ferienerlebnis?“. Hmm, das war schon immer nicht einfach, eigentlich unverständlich. Reicht es nicht, einfach Ferien zu haben? Genaus wie einfach zu Lernen? Muss es denn gleich e-(sprich „ihhh“)-Lernen sein? Schule! So was qäult! Aber jetzt ist’s ja nicht für die Schule, sondern das Leben und – ich hab’s versprochen. Also mal Hirngoogeln …

Tja, eigentlich ist doch alles Lernen. Immer wenn ich was suche, lerne ich doch was. Und dabei setze ich mir ein Lernziel – eben was ich wissen will. Wie das jemals ohne Google und Co. gegangen sein soll, ist mir heute schleierhaft. Kein uninteressanter Gedanke – was wird mir wohl morgen von heute alles schleierhaft sein?

Also, da kommt mir in den Sinn, wie ich neulich so einer Theorie zur Strategie nachgeschlichen bin. Das hatte was mit Kybernetik zu tun, an sich schon ein spannendes Thema, wenn man mal versteht, was man damit alles erfassen kann. Anstoß war ein spannender Artikel. Da kann man immer wunderbar so ein paar Reizwörter rauslesen. Und die kann man perfekt Googeln. Dann findet man Dokumente. Die interessantesten näher angeschaut – und sieh da, ein Link im Dokument, bisher noch nicht gesehen, aber jetzt hoch relevant. Dann mal sehen – ups, was ist den das für eine URL? Das könnte ein Muster sein, also mal ein bischen variieren. Tatsächlich – schwups – der Dopaminaustoß ist unvergleichlich, da tun sich wahre Schätze auf. Wenn das mal kein Motivator ist – Jagen und Sammeln, bis das Thema erschöpft ist, alles was man frei bekommen kann. Und dann die Beute verdauen. Danach weiß man dann, ob man noch ein Buch oder Seminar dazu braucht oder will. Blended at its best!

Ich glaube, so lernen Manager. Mir sagt man jedenfalls nach, das ich einer wäre! Damit kein falsches Bild entsteht: Nebenher summt das Telefon, die Mails kann man auch im Auge behalten und das nötige Dokument für den Chef läßt sich in den Denkpausen weiterschleifen – naja, manchmal ist das allerdings keine wirklich gute Idee. Multitaskting geht ja nicht, das haben die Neuros ja mittlerweile bewiesen, aber dazwischenschieben läßt sich so eine Methode immer. Das Vorgehen ist ja wunderbar unterbrechungsrobust, zur Not über Tage gestreckt. Einfach Browserfenster auflassen oder Dokumente im Terminkalender ablegen (zumindest in Outlook geht das) …

Aber wenn es denn ein echter Onlinekurs sein soll: Privat habe ich meinen letzten gemacht. Thema schneller lesen. Die Studienbriefe waren echt klasse. Der Tutor war auch o.k., nervig waren nur die Tutorfragen an uns, die eigentlich gar nicht interessierten. Als wenn die Welt nur aus schneller Lesen bestünde – klar, das war die Welt des Kurses, aber für mich doch nur ein winziger Ausschnitt. Als Kurs hat es mir geholfen, am Ball zu bleiben, das Thema war so nicht so theoretisch, sondern lebendiger. Aber im Prinzip – die Studienbriefe hätten gereicht – vielleicht hätte ich Sie mir ergoogeln sollen …

Jochen Heins (Akademie Deutscher Genossenschaften ADG)



2 Comments to “Jagen und Sammeln, bis das Thema erschöpft ist”

  1. […] „Jagen und Sammeln, bis das Thema erschöpft ist, alles was man frei bekommen kann”, sagt Jochen Heins (Akademie Deutscher Genossenschaften ADG). E-Learning ist Alltag, Alltag im Netz. Mit […]

  2. […] Jochen Heins (Akademie Deutscher Genossenschaften ADG) kommt von der Strategie und der Kybernetik und landet bei Google – “Dopaminausstoß” inbegriffen (”Jagen und Sammeln, bis das Thema erschöpft ist”). […]