Ausgabe 15: Verlieren LMS im Web 2.0 an Bedeutung? (Sep10)

15. Oktober 2010 | By astoehr | Category: 15 Welche Zukunft haben LMS? (Sep10), Ausgaben

Beiträge

Lore Reß vergleicht ganz allgemein die Aufgabe eines LMS und die Funktionalität von Web 2.0. Die Frage, ob man trotz Web 2.0 noch Lernplattformen braucht, beantwortet sie mit “ja” und führt in diesem Zusammenhang ein praktisches Beispiel an. Die Ablösung anderer Trainingsbereiche durch Community-Plattformen sieht sie als eine Frage der Zeit, abhängig von Engagement und Ausbildung der Trainer und Entscheider. (zu ihrem Beitrag)

Thomas Jenewein (Das LMS – vom Aussterben bedroht?) beschreibt in verschiedenen Punkten die Relevanz von LMS. Er führt hier u.a. Tracking, Enablement Indikator und Integration in Talent Management auf. Neben diesen Punkten sieht er jedoch auch die Öffnung von LMS für neue Trends. “Als Resümee kann man sicher ziehen, dass das “standalone LMS” dead ist bzw. sich dringend weiterentwickeln sollte, um zu überleben.”  (zu seinem Beitrag)

Anntheres bringt die Frage nach der Zukunft von LMS auf den Punkt: Verlieren sie vielleicht an Bedeutung? Ja. Brauchen wir sie noch? Ja.
Durch die praktischen Erfahrungen, die sie bei der Nutzung von LMS gemacht hat (Scenecafe-Online), sind ihrer Meinung nach gerade in Schulen unter dem Gesichtspunkt knapper Kassen die Einführung von Lernplattformen zum Online-Lernen wichtig. (zu ihrem Beitrag)

Wolfgang Neuhaus sieht das Problem in den LMS darin, dass sich die Lehrenden bei der Gestaltung von LMS zu viele Gedanken um Technologien machen müssen. “Technologische Infrastruktur, die die Gestaltung von Lernumgebungen optimal unterstützt, muss möglichst unsichtbar bleiben, damit Lernende und Lehrende sich auf Kommunikation und Erarbeitung von Inhalten konzentrieren können”.
Mit diesem Hinweis führt er uns noch einmal zur Diskussion “Wohin mit dem Learning Management System?” im Jahre 2009. (zu seinem Beitrag)

Für Marc Widmer transformieren die LMS langsam aber sicher in PLEs. In seinem, wie er selbst sagt, “ketzerischen” Beitrag stellt er die Frage: Sind LMS noch zeitgemäß? (zu seinem Beitrag)

Im Beitrag von Johannes Maurek geht es um das LMS als “Nachhaltige Innovation oder Web 2.0 Zombie”. Seine mehrjährige Erfahrung spiegelt sich in seiner umfassenden Antwort wider. Wohin fährt der Zug also? Kernpunkte bilden die Betrachtung der Lehrenden. Seine Aussage dazu lautet: “LMS sind bei einem Großteil der Lehrerschaft noch gar nicht angekommen!”. (zu seinem Beitrag)

Alexander Stocker ist, wie er selbst schreibt, kein Verfechter der “monolithischen kursbasierten Lernmanagement-Systeme”. Sie sind für ihn u.a. zu kursbasiert, zu umfangreich, zu kompliziert in der Handhabung, zu arbeitsintensiv. Gelegen kommen ihm dafür Web 2.0-Instrumente als einfach zu bedienenende und performante Anwendungen. (zu seinem Beitrag)

Kai Lück schreibt in seinem Beitrag über zwei gegensätzlich Erscheinungen: 1. die umfassende Nutzung seines LMS durch StudentInnen und 2. das Nichtwissen von Personen über die Existenz von LMS. (zu seinem Beitrag)

In seinem Beitrag “In Zeiten des Internet-Darwinismus” geht Ulli P. auf die Wirkung des Web 2.0 auf verschiedene Prozesse und somit auch auf Lernplattformen ein. “Die Frage ist doch wahrscheinlich nur, wie man das, was da passiert, selbst bewertet und wo man irgendwann selbst stehen möchte.” (zu seinem Beitrag)

Andrea Back schaut in ihrem Beitrag in den “Lehren und Lernen-Kochtopf” von Michael Wensch. Ihrer Aufforderung, dies einmal selbst auszuprobieren, kann ich nur beipflichten, denn die Kursplattform von Michael Wensch sieht nicht wie ein LMS an einer deutschen Hochschule aus. Es geht um ein Umdenken in der Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen, bei denen bis heute das eigentliche Innovationpotential auf der Strecke bleibt. (zu ihrem Beitrag)

Jens Drummer geht davon aus, dass man LMS noch benötigt. Aber, so seine Meinung, werden wir sie nicht mehr so vordergründig wahrnehmen, da sie mittlerweile in den Bereich der Normalität beim Lernen einziehen. Nach einer Phase der skeptischen Ablehnung kommt die Zeit, “wo die LMS so normal sind wie der Taschenrechner im Matheunterricht”. (zu seinem Beitrag)

August Tepper ist der Meinung, dass “mit Blick auf’s Ganze” die LMS an Bedeutung verlieren werden. Zur Begründung verweist er auf verschiedene Bezugsgrößen. So führt er an, dass erstens LMS nur einen kleinen Markt bedienen, zweitens die Anwendungsfelder nicht überproportional wachsen werden und drittens die systematische Kombination verschiedener Lehr- und Lernformen. (zu seinem Beitrag)

Michael Gerth überschreibt seinen Kommentar mit dem Titel “LMS als Dinosaurier des Web 2.0″. Er bezieht in seinen Ausführungen die konkrete Lehr-Lernsituation, z.B. an Universitäten, ein. Obwohl die Ideen des Web 2.0 einem “strukturellen Zertifizierungsgedanken quasi diametral gegenüber stehen”, sollte man davon ausgehen, dass sich Web 2.0 und “die strukturelle Klammer” (zertifizierbare, vergleichbare Ergebnisse eines vorgegebenen Themengebietes) in LMS sehr gut ergänzen. (zu seinem Beitrag)

Jochen Robes verweist auf einen Kommentar zum Beitrag auf Checkpoint eLearning mit dem Titel “Personal Learning Environment – ein deutsches Stiefkind?”. Der Grundgedanke in diesem Kommentares ist, dass wenn LMS an Bedeutung verlieren und die PLEs an Bedeutung gewinnen.” Doch schwierig wird diese Gleichung, wenn hier zwei “technische Systeme” gegenübergestellt werden.”
In einem weiteren Beitrag stellt Jochen Robes einen Bezug zu weiteren Veröffentlichungen von George Siemens und Dave Cormier her. (zu seinem Beitrag)

Matthias Rückel geht von der wachsenden Bedeutung der LMS im betrieblichen Umfeld aus. In seinem Blog stellt er die Frage: Gibt es eine nennenswerte Marktstudie, die von einem gesättigten LMS-Markt im Jahr 2010 spricht? In einem seiner sieben Punkte, der Befürwortung der LMS in der Zukunft, sieht er die Notwendigkeit der Verwaltung und Abrechnung von offenen und freien Lernräumen. (zu seinem Beitrag)

Martin Geisenhainer bringt in seinem Beitrag die Berücksichtigung der jeweiligen Einsatzbereiche von LMS zum Ausdruck. Als Trainer geht es ihm bei der Nutzung von LMS, um die strukturierte Bereitstellung und Verteilung von “didaktisch aufbereitete Inhalten”. Wobei er in seiner Arbeit, die Lehrinhalte via LMS und das Erfahrungswissen via Web 2.0 Anwendungen anbietet bzw. aufarbeitet. (zu seinem Beitrag)

Ralf Hilgenstock beginnt seinen Beitrag mit der Aussage: ” Ja, ganz sicher werden LMS an Bedeutung verlieren.” In dieser Aussage bezieht er sich jedoch u.a. auf LMS die nur den Zweck der Verteilung von WBTs, PDF-Dukumenten und Präsentationen erfüllen. Für ihn ist eine andere Frage relevant: welche Form von Lernangeboten und welche Form des Zugangs braucht wer in welcher Situation? (zu seinem Beitrag)

Verena Heckmann äußert ihre Meinung in dem Satz: “Ich verfolge einen integrativen Ansatz und denke nicht, dass ein Medium ein anderes verdrängen wird, sondern dass viele verschiedene Anwendungen und Tools nebeneinander existieren werden und je nach Ziel zum Einsatz kommen.” (zu ihrem Beitrag)

Marc Krüger bringt in seinem Beitrag die Erfahrungen eines Betreibers eines LMS zum Ausdruck.
Für ihn hat das Web 2.0 schon seinen Tribut an den LMS schon gefordert. Damit betrachtet er nicht die Zukunft eines LMS, sondern das derzeitige Problem und fourciert zwei neue Fragen:
1) Wird der Trend auch andere Funktionen des LMS betreffen, so dass unser LMS überflüssig wird?
2) Sollten wir diesen Trend aufhalten?
Eine Antwort u.a. lautet: Die LMS ist ein zentraler Ort, eine Adresse für alle Belange, die mit der Lehre an unserem Standort verknüpft sind und einen gesicherten Raum im WWW bietet. (zu seinem Beitrag)

Für Silvio Runge werden “LMS, PLE und soziale Netzwerke eher langsam “zusammenfliessen”, reie WBT-Loesungen werden mehr und mehr verschwinden.” Er bezeichnet Web 2.0 als Insellösungen dar dieauf Grund ihrer Verstreutheit kaum in LMS nutzbar sind. “Was fehlt ist eine flexible globale Community- (Verbinden von verschiedenen Systemen zu einem gemeinsamen “Netzwerk”) und eine App-Schnittstelle (auf die man als Entwickler aufsetzen koennte, womit dann LMS-Tools aehnlich “Apps” erstellbar waeren (die auf meherern LMS dann auch laufen wuerden).” (zu seinem Beitrag)

U. Forster stellt seine Erfahrungen als Administrator einer LMS dar. Für ihn ergibt sich die hohe Akzeptanz eines LMS durch die Sicherheit des Systems, dem geregelten Datenschutz und dem umfangreichen gezielten Supportangebot. . ” Durch den Einsatz einer zentralen LMS kann das Supportangebot zudem besser auf die Zielgruppen abgestimmt werden.” (zu seinem Beitrag)

Florian Gnägi stellt die LMS als “ein zentrales, strukturiertes Lerngefäss in einem organisatorischen Kontext” und die Web 2.0 Anwendungen in einem dezentralieirten Kontext dar. Er stellt die Frage: kann ich als Verantwortlicher einer Veranstaltung die Datensicherheit und den Datenschutz gewährleisten, wenn ich gar keinen Einfluss auf diese Werkzeuge habe?
Florian Gnägi sieht es positiv, wenn Web 2.0 Anwendungen punktuelle in ein Lernkonzept integriert werden und somit nicht die Ablösung, sondern eine Ergänzung darstellen. Für ihn muss Bildung Spaß machen und nicht nur ” hip und cool” sein. (zu seinem Beitrag)

Markus Götz bezieht sich in seinem Kommentar auf die Entwicklung hin zur PLE und kommt zu dem Schluss, dass man bei dieser Entwicklung auch die “passenden” Menschen benötigt. Für ihn gilt es den Weg der Entwicklung bei der LMS zu beginnen und ” und auch dem Lerner Zeit mit der neuen Methode lassen, bevor wir die Komplexität des Lernprozesses erhöhen.” Eine LMS zu nutzen bedeutet nicht gleichzeitig auf eine kommunikative Einbahnstraße einzubiegen. (zu seinem Beitrag)

Ellen Trude misst einem LMS besonders aus der Sicht des Managements eine Bedeutung zu. Ihrer Meinung nach macht “ein Web 2.0 Feature noch kein Social Web oder Social Networks aus, was aber nicht zwansgläufig ein LMS in die Bedeutungslosigkeit führen muss.” Ihre Überlegungen führen zu einer neuen “Lernumgebung”, die jedoch die existierenden LMS in ihrer Bedeutung nicht schmälern. (zu ihrem Beitrag)

André Mersch beschäfftigt sich in seinem Beitrag mit der Bedeutungsbestimmung von LMS. Der Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist, dass sich bei Studierenden an den Hochschulen (noch) nicht um die sogenannte Netzgeneration handelt. Es ist notwendig institutionelle Systeme zu schaffen, “die mindestens zur Strukturierung und Distribution von Inhalten, sowie als Hilfsmittel der Studienorganisation und Kommunikation dienen.” Den weiteren Entwicklungsprozess beschreibt er wie folgt: “Sind die Vorteile einer zentralisierten Struktur erkannt, haben einheitliches Design und Benutzerführung ausreichend als Trainingsfeld gedient, muss ein LMS sich öffnen und von einer Plattform zu einem Portal werden, das die Einbeziehung von Web 2.0 Tools möglich macht.” (zu seinem Beitrag)

Roland Streule formuliert die seiner Meinung nach “zu trennscharfe” Frage der 15. Ausgabe um: Wie können LMS von Web 2.0 Applikationen profitieren? In seiner Antwort bezieht er die Vorteile eines LMS ein und er betrachtet die derzeitigen Nutzer von Web 2.0 Anwendungen für Lernzwecke. Für ihn sind LMS weiter als Ordnungssystem wichtig. “Jedoch sollten die Entwicklungen sich in eine integrative Richtung bewegen um so die Vorteile beider Welten zu nutzen und damit die Nachteile zu minimieren.” (zu seinem Beitrag)

Kommentare bis 14. Oktober 2010

[...] 34 Antworten gibt es bereits zum aktuellen Thema: Verlieren LMS im Web 2.0 an Bedeutung? [...]

  1. Roland Streule sagt:

    Der Titel des Beitrages “Verlieren LMS im Web 2.0 an Bedeutung” ist meiner Ansicht nach zu trennscharf formuliert. Darin ist eine Auschlussidee enthalten, wenn LMS und Web 2.0 als nicht vereinbar dargestellt werden. Einige Beiträge haben bereits darauf hingewiesen, dass sowohl LMS als auch Web 2.0 Vorteile haben, die es zu nutzen gilt. Sollte also die Frage nicht lauten: Wie können LMS von Web 2.0 Applikationen profitieren? (Nebenbei bemerkt, beinhalten zahlreiche LMS bereits solche Funktionalitäten oder Schnittstellen zur Integration dieser Dienste.)

    Wieso funktionieren “reine” PLE’s, also der distinkten und mehr oder weniger gleichgewichteten Nutzung unterschiedlichster Services, nicht wie gewünscht? Auch hier haben bereits einige Kommentare wichtige Argumente eingebracht: Unsicherheit, Datenschutz, Copyright, Orientierungslosigkeit, Strukturmangel, Zeitmangel, fehlende Medienkompetenz, nötige metakognitive Fähigkeiten zur Selbstorganisation usw. Meine These ist, dass mittelfristig wenig Fortschritt in diesem Bereich zu erwarten ist und somit nur ein Bruchteil der potenziellen Nutzer, also die “Early Adopoter”, sich intensiv mit diesen Möglichkeiten beschäftigen (was begrüssenswert und notwendig ist, um best-practice Erfahrungen zu generieren!)

    Grade die Schlagwörter “Digital Natives” “Net Generation” usw., welche in diesem Zusammenhang oft inflationär verwendet werden und den Nutzern eine “angeborene” Komptetenz im Umgang mit elektronischen Medien zusprechen, müssen kritisch beleuchtet werden (vgl. z.B. http://www.google.ch/url?sa=t&source=web&cd=1&sqi=2&ved=0CBkQFjAA&url=http%3A%2F%2Fwww.zhw.uni-hamburg.de%2Fpdfs%2FSchulmeister_Netzgeneration.pdf&rct=j&q=rolf%20schulmeister%20net%20generation&ei=TRCrTOOIDtWRjAeG3pW8Bw&usg=AFQjCNEXNX3szw2rcy1bMScol139kMWz3Q&cad=rja). Diese (“Schein”-)Kompetenz wird als Argument für eine steigende Nutzung von PLE’s eingebracht. Eine Studie der Universität Zürich aus dem Jahr 2008 (http://www.elc.uzh.ch/news/studierendenbarometer2008/UZH-Studierendenbefragung_E-Learning_2008.pdf) zeigte bspw., dass zwar viele Studierende technisch gut ausgerüstet sind, jedoch die elektronischen Medien mehrheitlich nur zur Unterhaltung verwenden und weniger für ausbildungsbezogene Tätigkeiten.

    Woran liegt das? Sicher gibt es viele Gründe, einer davon ist auch die (meist) geringe Kompetenz der Lehrverantwortlichen in der Nutzung von Web 2.0 Anwendungen oder überhaupt die fehlende Kenntnis und nicht zuletzt intrinsische Widerstände “Neuem” gegenüber. Ein Schüler in einem stark formalisierten Lernszenarium wird sich hüten, Zusatzaufwände über die Nutzung von Web 2.0 Applikationen zu leisten, wenn dies vom Lehrer nicht honoriert wird (und er die Prüfung mit “herkömmlichen” Mitteln bestehen kann). Hier beschränkt auch Bologna mit den teils starren Strukturen den nötigen Freiraum.

    Zurzeit ist also weiterhin das LMS als Ordnungssystem wichtig und zentral. Jedoch sollten die Entwicklungen sich in eine integrative Richtung bewegen um so die Vorteile beider Welten zu nutzen und damit die Nachteile zu minimieren.

  2. Wie meistens kurz vor knapp, doch auch von mir noch ein Beitrag zum Thema: Quo vadis LMS?
    http://lernenzweinull.de/2010/09/30/quo-vadis-lms/

  3. [...] “Verlieren Learning Management Systeme im Web 2.0 an Bedeutung?” fragt André Stöhr als Gastgeber des mittlerweile 15. Wissenswert Blog Carnivals. [...]

  4. xingKM-Beiträge zum WissensWert Blog Carnival:

    - Marc Widmers Fazit: Das Management braucht LMS zur Kontrolle der Lernaktivität. http://tinyurl.com/2wmbgsz

  5. Dr. Markus Götz sagt:

    Da stimme ich U.Forster völlig zu: Lernen mit einem LMS ist noch lange nicht der Normalfall, in vielen öffentlichen Verwaltungen schon gar nicht. Da werden gerade die ersten Schritte getan – und natürlich erstmal in Richtung gesteuerter Lernprozesse – LMS – und nicht Richtung persönlicher Lernumgebungen. Denn wie Jochen Robes in seinem Kommentar auf http://www.checkpoint-elearning.de/article/8484.html sagt:
    “Und mit einer PLE ist mehr als ein technisches Instrument bzw. System verbunden; die “Idee” der PLE ist an konkrete soziokulturelle Voraussetzungen geknüpft: u.a. Autonomie, Selbstorganisation, Reflexion des Wissensarbeiters als Lernender.”
    Das bedeutet, ich brauche auch die “passenden” Menschen. In einer Schule oder besonders an einer Hochschule, wo Lernen der Arbeitsprozess ist und von den Lernenden ein hohes Maß an Selbstorganisation, Medienkompetenz und Reflexionsvermögen erwartet werden kann, scheinen mir PLE bereits heute erfolgsversprechend. Aber es ist m.E. blauäugig zu meinen, alle Beschäftigten verfügten über die genannten soziokulturellen Voraussetzungen und über die (zeitlichen) Freiräume am Arbeitsplatz, sich das eigene Lernen selbst zu organisieren (und haben sogar Spaß daran).
    Für mich sind das einige Schritte zu viel auf einmal – lassen Sie uns in der Breite mit dem ersten Schritt, dem LMS, beginnen und auch dem Lerner Zeit mit der neuen Methode lassen, bevor wir die Komplexität des Lernprozesses erhöhen. Auch Lernkompetenzen wollen gelernt sein. Und das bedeutet ja nicht, dass mit einem LMS automatisch eine kommunikative Einbahnstrasse verbunden ist oder dass es in einem LMS verboten ist, anderen die eigenen Inhalte und Gedanken zur Verfügung zu stellen.

  6. Die Stärke eines LMS ist es ein zentrales, strukturiertes Lerngefäss in einem organisatorischen Kontext bereitzustellen. Dies bedeutet Sicherheit für die präsentierten und erarbeiteten Daten, ein kontrollierbarer Datenschutz, ein bewusstes Entscheiden für zu verwendende Mittel und Werkzeuge, Qualitätssicherung und Nachvollziehbarkeit der Urheberschaft. Ein einziges Werkzeug zu verwenden ist zusätzlich auch wesentlich nachhaltiger immer neuen Tools mit anderen GUI’s, anderer Logik und anderem Look&Feel in jeder Veranstaltung zu verwenden.

    Im Gegensatz zu einem LMS basiert Web 2.0 grundsätzlich auf Dezentralisierung. Das klingt erst mal super, hier ein Wiki, da ein Forum, hier noch ein Google-Docs, alles gratis ohne Setup. Man muss sich aber die Fragen stellen: kann ich als Verantwortlicher einer Veranstaltung die Datensicherheit und den Datenschutz für Gewährleisten, wenn ich gar keinen Einfluss auf diese Werkzeuge habe? Kann ich von meinen Studierenden verlangen, dass diese die Bestimmungen von Google oder einem anderen x-beliebigen Anbieter akzeptieren um bei der Veranstaltung mitmachen zu können? Ist es überhaupt legal dies von meinen Studierenden zu erzwingen? Wie weiss ich wer sich hinter den Benutzerkonten der Web 2.0 Tools wirklich verbirgt? Wie stelle ich sicher, dass wenn ein Dienst eingestellt wird meine Daten nicht im Nirvana mit verschwinden?

    Web 2.0 klingt so verlockend. Alle bloggen, alle twittern, alle facebooken etc. Die Realität ist, dass dies nur ein kleiner Prozentsatz der Personen das auch wirklich macht. Das sind auch die Leute, die in einem traditionellen Forum in einem LMS mitdiskutieren. Das ändert sich nicht, nur weil man jetzt per Twitter diskutiert.

    Sicher ist es positiv solche Dienste punktuell zu verwenden, in ein Lernkonzept zu integrieren. Ich sehe dies aber klar als reine Ergänzung zu einem LMS keinesfalls als Ablösung. Die Grundstruktur einer E-Veranstaltung sollte in einem LMS gesteuert werden. Für kurzlebige Seminarveranstaltungen ist ein Web 2.0 Ansatz noch eher möglich als für die eher klassischen “Vorlesungen”. Da dort vor allem ein Fokus auf Content und der Wissensprüfung liegt sollte dies in einem gut kontrollierbaren und auf lange Lebensdauer ausgerichtetem System passieren. Web 2.0 kann dies nicht bieten.

    Aus technischer Perspektive gibt es mit dem IMS LTI Standard die Möglichkeit Web 2.0 Tools standardisiert in ein LMS zu integrieren. Dies erachte ich als die beste Möglichkeit um die Standardfunktionen um fehlende Elemente punktuell zu erweitern. Aber auch hier sollte dies nur eine Ergänzung sein und nicht der Kernbereich eines Moduls wegen der Fehlenden Kontrolle.

    Bildung muss natürlich Spass machen, dies ist aber eine Motivationsfrage, die nicht durch das Verwenden von Twitter & Co. gelöst werden darf sondern eine persönliche Angelegenheit jedes Studierenden. Muss es hip und cool sein? Nein, es muss primär spannend, solide, gute Qualität und vertrauenswürdig sein. Das bietet mir ein auf Twitter und Google Docs basierendes Lernkonzept nicht an.

  7. U. Forster sagt:

    Nun macht man schon wieder ein „neues“ oder besser „altes“ Fass auf. E-Learning steckt in vielen Institutionen noch in den Kinderschuhen und man stellt sich wieder die Frage nach der „geeigneteren“ Technologie.

    Ist Web 2.0 nicht auch mit LMS möglich? Wie bereits festgestellt integrieren LMS Anbieter bereits Web 2.O Technologien in ihre Systeme.

    Die Beantwortung der Frage, soll aber auch gar nicht das zentrale Thema meines Kommentars sein. Vielmehr möchte ich meine Erfahrungen als Administrator eines zentralen universitären LMS schildern. Die hohe Akzeptanz des LMS an meiner Universität wird durch die Sicherheit des Systems, dem geregelten Datenschutz sowie durch das umfangreiche Supportangebot für die Plattform und E-Learning begründet. Für viele Lehrende ist es (immer noch) wichtig, dass ihre Inhalte nicht von Dritten eingesehen werden können sowie Nutzer nicht durch Dritte in ihren Persönlichkeitsrechten beeinträchtigt werden (Gott sei Dank!). Durch den Einsatz einer zentralen LMS kann das Supportangebot zudem besser auf die Zielgruppen abgestimmt werden. Durch ein Kauderwelsch an Systemen und Technologien dürfte sich der Support aus pragmatischen Gesichtspunkten schwierig gestalten.

    Wie heißt eine „alte“ pädagogische Regel: „Vom Einfachen zum Besonderen.“

  8. S.Runge sagt:

    Also meiner Meinung nach werden LMS, PLE und soziale Netzwerke eher langsam “zusammenfliessen”, reie WBT-Loesungen werden mehr und mehr verschwinden. Statische Lernprozesse (“Stoff” abholen/hochladen, womoeglich Scheduler gesteuert) werden in mehr und mehr Lernszenarien den dynamischen weichen. Dabei werden dann auch im Content (also Lektionen/ Buechern/Aufgaben..) mehr und mehr Simulationen und CAS-Systeme mit einfliessen/unterstuetzend eingreifen. Betreffs Web2.0: Das was heute so bezeichnet wird, ist noch recht unflexibel ist eher eine Art grosses blog+forum+chat); die “Web2.0-Anbieter” messen sich scheinbar nur noch an der Anzahl Ihrer Nutzerprofiles/virtuellen Boersenkurse… Viele Tools die nuetztlich waeren (Doodle/Etherpad/GDocs….), sind auf zig Webseiten verstreut, somit kaum direkt in einem LMS nutzbar. Sie stellen zudem oft Inselloesungen dar, welche i.d.R. die Entwickler-Firmen ueber Werbung finanzieren bzw. welche auch schnell mal wieder verschinden. Was fehlt ist eine flexible globale Community- (Verbinden von verschiedenen Systemen zu einem gemeinsamen “Netzwerk”) und eine App-Schnittstelle (auf die man als Entwickler aufsetzen koennte, womit dann LMS-Tools aehnlich “Apps” erstellbar waeren (die auf meherern LMS dann auch laufen wuerden). EIn eben solches Problem ist das Austausch-Format von “LMS-Content”. SCORM, LAMS usw. ist meiner meinung nach leider noch zu unfexibel. Man kann damit kompliziertere dynamische Lernvorgaenge nur begrenzt abbilden (ich denke da z.B. Aufgaben mit interaktiven Formeln, verschiedene Lernpfade, Lizensmanagement fuer none-free-Content bei verteilung ueber die community-schnittselle usw.).

  9. Hallo Allerseits,

    wir haben diese Frage als eLearning Service Abteilung (elsa) der Leibniz Universität Hannover schon ein paar Mal diskutiert. Als Betreiber eines LMS ist sie ja nicht unerheblich. Hierzu zuerst unsere Beobachtungen:

    Unser LMS hat mit einer aktiven Nutzung von 70% der Lehrveranstaltung und 90% der Studierenden (mind. einmal im Monat eingeloggt) eine gute und die bisher höchste Auslastung. Derzeit verzeichnen wir also eher einen Trend hin als ein weg vom LMS. Auf der anderen Seite stellten wir fest, dass früher die Studierenden deutlich mehr die Möglichkeit zur Erstellung eines Steckbriefs, aber auch die eingebauten Kommunikationsfunktionen (Chat, eMail, Forum) genutzt haben. Fakt ist, dass die Communitys von Studierenden auf StudiVZ und Facebook verlagert wurden. Solche Rückmeldungen haben wir von den Studierenden auch persönlich bekommen. (Auf den Report weiterer Beobachtungen verzichte ich an dieser Stelle für eine kurze Beantwortung der Frage.)

    D.h. für uns, dass das Web 2.0 seinen Tribut schon gefordert hat! Wir verstehen die Frage also nicht als zukünftiges sondern als derzeitiges Phänomen. Das forciert zwei neue Fragen:
    1) Wird der Trend auch andere Funktionen des LMS betreffen, so dass unser LMS überflüssig wird?
    2) Sollten wir diesen Trend aufhalten?

    Zu 1) Das LMS stellt für unsere Lehrenden und Studierenden einen zentralen Ort dar, in dem sie z.B. urheberrechtlich geschützte Lernmaterialien zum Download hoch- und runterladen, nach allen Lehrveranstaltungen an unserer Hochschule recherchieren oder Anmeldeverfahren zu Lehrveranstaltungen initiieren und absolvieren können. Eine Adresse für alle Belange, die mit der Lehre an unserem Standort verknüpft sind und einen gesicherten Raum im WWW bietet.

    Wir glauben, dass diese Bündelung von Informationen und Diensten durch einzelne Web-2.0-Anwendungen im Internet nicht zu übertreffen ist. Sehr wohl glauben wir, dass die eine oder andere Anwendung sich zukünftig noch ins Web 2.0 verlagern könnte, da die Angebote dort attraktiver sind. Unser Wikiwiki ist rudimentär, durchaus denkbar, dass die Entwicklungen schneller laufen und neue Lösungen bieten werden, die wir so nicht bereitstellen können.

    zu 2) Sollten wir diesen Trend aufhalten? Njein: Nein dann, wenn wir auch mittelfristig nicht in der Lage sind nachgefragte Dienste anzubieten. Ich glaube, wir könnten das auch kaum aufhalten, die Trends laufen einfach schneller als wir reagieren können. Eher möchten wir hier laufenden Trends zuarbeiten. Derzeit entwickeln wir für unser LMS eine API über die mobile Apps und Gadgets zugreifen können und sich so dediziert Informationen aus unserem System ziehen können. Das würde der Gestaltung von PLE zuträglich sein. Der Student hat z.B. eine PLE, in der er sich alle LMS relevanten Informationen darstellen lässt, mit seiner Lerngruppe auf Facebook kommuniziert und auf Cobocards zugreift. Auf der anderen Seite diskutieren wir derzeit, ob man Facebook & Co. in das LMS einbinden sollte. Wenn ein Student möchte, kann er statt unseres Steckbriefs einen anderen einbinden. Die Lösung liegt nahe, es sprechen aber durchaus strategische (Wollen wir Facebook & Co. auch noch eine Werbefläche bei uns bieten?) und sicherheitstechnische Aspekte dagegen.

    Soweit aus Hannover! Viele Grüße

    Marc Krüger

  10. Ich verfolge einen integrativen Ansatz und denke nicht, dass ein Medium ein anderes verdrängen wird, sondern dass viele verschiedene Anwendungen und Tools nebeneinander existieren werden und je nach Ziel zum Einsatz kommen.

  11. Ja, ganz sicher werden LMS an Bedeutung verlieren. Genau so wie Twitter, Blogs, Wikis und PLEs. Warum? Weil in absehhbarer Zeit jemand etwa Neues erfindet, das garantiert noch anders und viel trendiger ist. Alles hat seine Zeit.

    Nun mal im Ernst. Ganz klar werden alle LMS an Bedeutung verlieren, die sich darauf konzentrieren WBTs zu verteilen und nicht mehr. Lernen ist ein kommunikativer Vorgang. Daher braucht es Orte dafür. Nicht jeder ,möchte jedoch in aller Öffentlichkeit lernen. Da Lernen jedoch auch mit ‘Fehler machen können’ und ‘Probehandeln’ zu tun hat, braucht es abgegrenzte Orte.

    Wenn LMS darauf reduziert werden als PDF und ppt-Schleuder genutzt zu werden, haben sie kaum eine Existenzberechtigung. Jedes LMS kann heute mehr.

    Lernen ist nicht identisch mit ‘Informationen’ abholen. Also ist ein Unternehmenswiki nicht schon ein Lernprozess.

    Relevant ist dann eher die Frage: welche Form von Lernangeboten und welche Form des Zugangs braucht wer in welcher Situation?
    Und wir müssen uns dabei die Frage stellen über welchen Lern-Kontext wir eigentlich reden. Wird sich Schule so verändern, dass es hier offenes Lernen gibt? Wird sich Hochschule von der verschulenden Bologna-Reform befreien können? Werden Unternehmen von der WBT-Compliance-Unterweisung ablassen?

    Sind PLE eine Lösung? Ja. Aber aber sie sind eine Lösung und nicht das Himmelreich. Es gibt sie nicht, die allein seelig machende Lösung. Sind PLE Selbstläufer? Nein. Sie sind nur ein Gedankenkonstrukt. Etwas das jeder mit einem Notizbuch, einem Ordner schon immer am Schreibtisch ganz analog aufbauen kann. Hat aber nicht jeder. Warum eigentlich nicht? Sind PLE deshalb Rohrkrepierer? Nein.

    In jedem Unternehmen gibt es heute einen Engpass: Schulungs- und Besprechungsräume. Warum hat die eigentlich noch keiner abgeschafft. Das ist nun wirklich völlig old-fashioned. Schließlich gibt es Foren,Chat,Twitter und so weiter. Ach ja, glatt habe das Telefon vergessen.

    Ich bin es leid, Technologien gegeneinander zu diskutieren. Lasst uns additiv und integrativ denken. Lasst uns Tools als Teil eines Werkzeugkastens verstehen. Wir definieren erst wie Lernen erfolgen soll und ob Lerne überhaupt der richtige Weg ist. Und dann schauen wir darauf, welches Werkzeug geeignet ist.. Ansonsten schaffen wir den Hammer ab, weil wir gerade den Schraubenzieher erfunden haben.

  12. [...] Thema PLE bzw. PLE vs. LMS hat in diesen Wochen Konjunktur. Unser September-Blog Carnival hat zur Frage “Verlieren LMS im Web 2.0 an Bedeutung?” schon gut ein Dutzend Links und [...]

  13. Martin Geisenhainer sagt:

    Wenn hier mal nicht wieder Äpfel mit Birnen verglichen werden. Vielleicht sollte man bei der Diskussion dieser Frage die jeweiligen Einsatzbereiche berücksichtigen. Bei meiner Arbeit als Trainer setze ich ein LMS ein, um didaktisch aufbereitete Inhalte gezielt zu verteilen und allenfalls noch Metadaten aus der Nutzung der Lerneinheiten auszuwerten. Dabei handelt es sich sinnvollerweise um strukturierte Inhalte, die in institutionalisiertem Rahmen verteilt werden.
    Inhalte, die mittels Web 2.0 Werkzeugen erfasst und verteilt werden, sind in der Regel unstrukturiert und werden – oder können dies jedenfalls – ad hoc und spontan erstellt. Eignen sich also nicht zwingend zur Wissensvermittlung.
    In dem Unternehmen, bei dem ich für Schulung und Wissensmanagement verantwortlich bin, trenne ich die beiden Bereiche grundsätzlich. Schulungsinhalte verteile ich via LMS. Erfahrungswissen oder Prozessbeschreibungen, die im Rahmen einer Problemlösung am Arbeitsplatz entstehen, werden vom Mitarbeiter selber in einem Wiki erfasst, um für den konkreten Anwendungsfalls auch für andere verfügbar zu werden. Stellt sich dann heraus, dass die dabei entwickelten Inhalte institutionalisiert im Rahmen einer Schulung zur Verfügung gestellt werden sollten, dann bereite ich sie didaktisch auf und biete sie über das LMS an.
    Lange Rede, kurzer Sinn: für Wissensarbeiter hat das LMS keine Bedeutung, für den Schulungsbereich wird sich an der Wichtigkeit dieses Werkzeugs auch auf lange Sicht nichts ändern.

  14. Wenn ich mir die bisherigen Reaktionen durchlese, bin ich scheinbar alleine auf weiter Flur mit der Meinung, daß die Bedeutung von Lernmanagementsystemen im betrieblichen Umfeld in den nächsten Jahren eher zunehmen wird. Meine Gedanken dazu: http://www.realtime-collaboration.de/index.php?op=ViewArticle&articleId=875&blogId=1

  15. Auf CHECKpoint eLearning gab es gestern einen Kommentar, der sich unmittelbar mit dem Thema dieses Blog Carnivals beschäftigt hat (“Personal Learning Environment – ein deutsches Stiefkind?”). Wenn Lernplattformen an Bedeutung verlieren, so der Gedanke, dann gewinnen ja möglicherweise PLEs. Doch schwierig wird diese Gleichung, wenn hier zwei “technische Systeme” gegenübergestellt werden. Ein paar Gedanken darüber finden sich im Kommentar zum Kommentar:
    http://www.checkpoint-elearning.de/article/8484.html

    Beste Grüße, JR

  16. [...] 15. WissenWert Blog Carnival fragt nach der Zukunft von Lernmanagementsystemen (LMS) im Web 2.0 und führt auch einige Gründe [...]

  17. tepper sagt:

    Kommt stark darauf an, welche Bezugsgrößen man wählt. Unter dem Strich meine ich, dass LMS an Bedeutung verlieren: http://teppera.posterous.com/

  18. Liebe Lore Reß,

    Sie treffen es genau auf den Punkt: Die Wahrnehmung der LMS wird eher geringer – der Nutzen (bei denen die LMS nutzen) hat sich eingestellt, sodass endlich der Focus auf den Inhalten – weniger auf dem LMS liegt. Auch wenn ich – vor allem im Bereich der Schule – häufig noch die Technikfreaks höre: Mooodle hier Moodle dort (ich versand es nie, wie man das Lernen auf _ein_ System begrenzen konnte…).
    Insofern benötigen wir die LMS noch – aber wir werden sie nicht mehr so vordergründig wahrnehmen, da sie mittlerweile in den Bereich der Normalität beim Lernen einziehen. Wir kommen langsam in die Phase der skeptischen Ablehnung – bevor wir uns sicher in zwei, drei Jahren in der Phase befinden werden, wo die LMS so normal sind wie der Taschenrechner im Matheunterricht.

    Soviel zum Sonntagabend von mir.

  19. aback sagt:

    Kollege Michael Wesch unterrichtet an der Uni mit einer selbst zusammengestellten Lernumgebung auf seine Art: Näheres siehe *Dem Miraculix unter den Lehrenden in den Kochtopf geschaut”: http://www.learningwaves.unisg.ch/?p=2864

  20. [...] Blog-Carnival: Verlieren LMS im Web 2.0 an Bedeutung? 8. September 2010 Einen Kommentar hinterlassen Kommentare lesen Die Frage des 15. WissenWert Blog Carnivals: [...]

  21. Ulli P. sagt:

    In Zeiten des Internet-Darwinismus

    Zukunft von LMS: Schwierig einzuschätzen. Auf jeden Fall ist es so, dass bspw. einer der hierzulande führenden LMS-Anbieter (IMC) sich zunehmend in Richtung Talent Management orientiert und dabei ist, Social-Media bzw. Web 2.0 Funktionalitäten in seine Suite einzubauen. Wie auch andere Anbieter, jetzt nicht direkt im “klassischen LMS”-Bereich, sondern Talent Management Softwareanbieter. Jüngstes Beispiel ist SuccessFactors, die ihre Suite durch den Aufkauf von CubeTree ebenfalls in diese Richtung etwas aufpeppen wollen. Cornerstone OnDemand (die ja ursprünglich aus dem Learning-Bereich kommen) ist der erste Anbieter, der ein komplettes Social Networking Modul vollkommen in seine Suite integrierte.
    Wenn man dann verschiedentlich liest, dass das scheinbar weitaus meiste Wissen, dass sich Mitarbeiter in Unternehmen aneignen, nicht durch offizielle Trainings, sondern auf informellem Wissenstransfer (ganz gleich ob mit oder ohne Technik) aufbaut, dann sollten m.E. die LMS-Anbieter (wie es Einige tun) überdenken, wie sie die “Web 2.0-Revolution” in ihre Systeme integrieren können. Eins scheint mir dabei sicher, ohne schlechte Laune verbreiten zu wollen: Wer das nicht tut, ist bald raus aus dem Geschäft.

    Sicherlich wird verstärkt davon gesprochen, dass Web 2.0-Werkzeuge vieles verändern werden. Das tun sie auch. Ob man das gut findet oder nicht oder meint, das sei nur ein Hype oder ein Strohfeuer. An diese Skepsis wird sich – auch wenn ich selbst nicht für die unkritische Übernahme der Ereignisse und Ergebnisse dieser überaus inflationären Informationswelt bin – bald niemand mehr erinnern. Die Innovationsräder im Netz und in der Welt drehen sich unglaublich schnell. Das führt noch stärker zur häufig diskutierten “Digital Divide”. Aber so ist das nun einmal in revolutionären Zeiten. Es wird viele Verlierer geben – das ist m.E. sicher. Und viele Gewinner. Die Frage ist doch wahrscheinlich nur, wie man das, was da passiert, selbst bewertet und wo man irgendwann selbst stehen möchte. Die Entwicklung ist nicht aufzuhalten. Aber die Geschwindigkeit nimmt in atemberaubendem Tempo zu – und macht viele atemlos. Es hilft nichts: Dabei sein oder raus sein, fressen oder gefressen werden…

    In diesem Sinne … eine angenehme Restwoche ;-)

    up

  22. [...] Stoff zur Diskussion ist also da. Wie immer ist die Tür für Beiträge bis zum Ende des Monats September offen. André Stöhr, Wissenswert Blog Carnival, Nr. 15, 30. August 2010 [...]

  23. astoehr sagt:

    Hallo Alexander, Dein Beitrag ist bereits am 02.09 von mir freigeschaltet worden.

    Viele Grüße André

  24. Ich hoffe mein Kommentar ist nicht im Spam-Filter untergegangen.
    Habe zum Thema auch meine Meinung geäußert: http://www.alexanderstocker.at/2010/09/lms-im-web-20.html
    Viele Grüße aus Graz, Alex

  25. Kai Lück sagt:

    Hallo,

    ich selbst betreibe auch ein LMS und muss sagen, dass ich sehr viel Zulauf von Studenten bekomme, welche sich doch recht geschickt anstellen. Verlieren Sie an Bedeutung? Nunja, ich sage mal die meisten Menschen werden nicht einmal wissen, dass es LMS gibt, was aber auch nicht wichtig ist. Brauchen wir sie? In jedem Falle, denn das Wissen ist das einzgie was zählt. Wer nicht lernt bleibt irgendwann stehen und verliert. Im Zuge zunehmender Verdummung durch digitale Medien (TV, Radio) werden Mittel gebraucht um entgegen zu wirken. Vielleicht gibt es wenige wirklich gute Seiten auf denen Inhalte gut aufbereitet präsentiert werden. Jedoch gibt es gute LMS Seiten und ich werde mich stetig für die Wissensweitergabe einsetzen.
    Im übrigen an den Autor, Herrn Stöhr. Es hat mich vor vielen Jahren gefreut in Dresden ihre Bekanntschaft zu machen. Ich habe in dieser Zeit einiges über die Arten zu unterrichten gelernt. Vielen Dank an dieser Stelle dafür.

    Mit freundlichen Grüßen

    Kai Lück

  26. Zum Thema LMS und Web 2.0 möchte ich auch gerne einen Beitrag liefern. Den betreffenden Artikel habe ich auf meinem Weblog veröffentlicht: http://www.alexanderstocker.at/2010/09/lms-im-web-20.html

  27. [...] Lernplattform, LMS, Moodle, Unterricht, Web 2.0 von Maurek Der Aufruf zum Nachdenken über die Zukunft von Lernmanagementsystemen (LMS), der mich von meinem lieben Kommilitonen an der Fernuni-Hagen, André Stoehr, im Rahmen des [...]

  28. Marc sagt:

    Ich denke LMS werden langsam aber sicher in PLEs transformiert … hierzu ein etwas “ketzerischer” Blogbeitrag von mir http://www.schoolict.ch/2010/09/03/sind-lms-noch-zeitgemaess/

  29. Das Problem mit den Learning Management Systemen ist, dass sich Lehrende bei der Gestaltung von Lernumgebungen zu viel Gedanken um Technologien machen müssen, wenn sie dabei Learning Management Systeme einsetzen. Technologische Infastruktur, die die Gestaltung von Lernumgebungen optimal unterstützt muss möglichst unsichtbar bleiben, damit Lernende und Lehrende sich auf Kommunikation und Erarbeitung von Inhalten konzentrieren können: http://www.mediendidaktik.org/2009/06/18/wohin-mit-den-learning-management-systemen/

  30. Anntheres sagt:

    Verlieren Sie an Bedeutung? Vielleicht ja – aber es gibt trotzdem immer neue Angebote…
    Brauchen wir sie noch? Ja – ich arbeite immer noch mit Moodle beim Forum Lernen NRW und habe auch für meine Senionren-PC-Schüler einen Online-Lernraum über Moodle. Für Schulen sehe ich ebenfalls eine Möglichkeit, den Schülern Online-Lernen zur Verfügung zu stellen, vor allem vor dem Hintergrund der knappen Kassen bei Schulen. Es gibt eine ganze Menge guter Beispiele dazu, wie man Unterricht mit Moodle-Lernplattformen gestalten kann.

    Wichtig ist – so meine ich die einfache Handhabbarkeit einer Lernplattform. Bei Moodle hat es auch eine Weile gedauert, bis ich das System einigermaßen durchschaut habe. Inzwischen komme ich gut damit zurecht, die Feinheiten der Aufgabengestaltung beherrsche ich noch nicht so recht. Aber das ist nicht so entscheidend. Wichtig ist, überhaupt einen Bereich für das selbstbestimmte Lernen zu haben.

    Anntheres

  31. etwas wird das LMS sicher an Bedeutung verlieren, da es neue Tools gibt wie Jive mit denen man collaboratives informelles lernen unterstützen kann. LMS Anbieter und Anwender sollten sich neuen Trends stellen und schauen was Sinn macht zu integrieren/ zu erweitern – oder wo es evtl. Sinn macht losgelöst social media Lösungen einzusetzen, z.B. um informelles Lernen zu unterstützen. In letzter Zeit lese ich öfters etwas zum Aussterben der LMS, “the death of the LMS etc., meistens von Web 2.0 Verfechtern. Auch wenn ich ein Web 2.0 Fan bin sollten wir uns bewusst halten was ein LMS gut kann, sowie was stärken von WEB 2.0 Applikationen sind – und nicht ideolgisch oder aufgrund von purer Technikeuphorie vom Sterben des LMS reden. Als weitere Referenz incl. Beispiel Links hier ein link auf einen Blogbeitrag von mir dazu:
    http://www.podcastmaschine.de/wordpress/?p=278

Call

Einladung zu Beiträgen für die 15. Ausgabe des WissensWert Blog Carnival
Verlieren LMS im Web 2.0 an Bedeutung? (Sept. ‘10)

Im Rahmen des Learning Delphi 2010 fragte das MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung: Welche drei E-Learning-Themen werden in den nächsten Jahren am stärksten an Bedeutung verlieren? 26% der Befragten nannten “Lernplattformen/ LMS” und setzten das Thema damit an die zweite Stelle. Als die wichtigsten Trends wurden Social Web / Social Networks genannt. Ist damit schon das Ende der Lernplattformen greifbar?

Die Anbieter und Nutzer von LMS sehen dennoch eine Reihe von Vorteilen, die den Einsatz von Lernplattformen aus ihrer Sicht in naher Zukunft unverzichtbar machen:

  • der schnelle, benutzerfreundliche Zugriff auf alle Lernangebote des Unternehmens bzw. der Organisation,
  • abwechslungsreiche und benutzerorientierte Lerninhalte,
  • ein personalisierter Zugriff auf Lerninhalte sowie
  • das Lernen und die Kommunikation in einem geschützten Bereich.

Aus Sicht des Managements kommen hinzu:

  • die einfache Verteilung von Lerninhalten,
  • das Tracking der Lernaktivitäten sowie
  • häufig umfangreiche Reporting-Möglichkeiten.

Welche Erfahrungen haben Sie/ habt ihr als Lernender, Lehrender oder als Entwickler von LMS gemacht? Welche Stellung wird das LMS im Zeitalter des Web 2.0 einnehmen?

Als Gastgeber des 15. WissenWert Blog Carnival freue ich mich über zahlreiche Meinungen und Beiträge über Ihre Erfahrungen mit Lernplattformen und wie Sie ihre Zukunft einschätzen!

André Stöhr

Weiterführende Links zum Thema

LINKS:



7 Comments to “Ausgabe 15: Verlieren LMS im Web 2.0 an Bedeutung? (Sep10)”

  1. Marc sagt:

    Für meine Masterarbeit zu diesem Thema suche ich Studierende, welche an meiner Online-Befragung teilnehmen: https://www.soscisurvey.de/lmsperspektiven

  2. [...] redesign auch die künftige Entwicklung der learning management-Systeme, die ja ebenfalls in einer früheren Ausgabe von Wissenswert schon Thema [...]

  3. [...] geht, Lernende in kurzen Intervallen mit aktuellen Infos zu versorgen. Hierzu haben die Akteure des Blogs Wissenswert eine interessante Artikelsammlung gemacht. Viele der Autoren kommen zu dem Schluss, dass LMS zwar [...]

  4. [...] Passend dazu auch die Ausgabe 15 des WissenswertBlogCarnivals: Verlieren LMS im Web 2.0 an Bedeutung? [...]

  5. [...] This post was mentioned on Twitter by Michael Gerth and E-Learning-Service, Dieter Henkel. Dieter Henkel said: Ausgabe 15: Verlieren LMS im Web 2.0 an Bedeutung? (Sep10 …: Lore Reß vergleicht ganz allgemein die Aufgabe eine… http://bit.ly/9273MG [...]

  6. [...] rüber zur Nachrichtenquelle auf WissensWert Blogroll   Ausgaben [...]

  7. [...] „Die Mitmachzeitung über Enterprise 2.0, Knowlege Management und E-Learning“ hat eine Serie von Beiträgen zu der Frage veröffentlicht, ob man Learningmanagementsysteme in Zukunft noch braucht. [...]

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