Anything Goes

28. April 2010 | By | Category: Keine Kategorie

Ein Beitrag zu „WissensWert“ – dem Blog Carnival über Enterprise 2.0, Knowledge Management und E-Learning von Prof. Dr. Andrea Back
Kommunizieren – Lehren – Lernen: Was machen Sie mit Web-Videos?

Jahn Schlosser

Ausbildung von Kunden und Kollegen, virale Werbung und gar Märktetestdriven.  Webvideos sind so divers einsetzbar wie wir sie zu interpretieren wissen. Videos im Internet sind schon lange ein Thema, das uns alle fasziniert. Wir sind zwar nicht unbedingt alle blogophil und lesen am morgen auch noch unsere heissgeliebte Zeitung, aber auf YouTube haben wir doch schon mal geklickt.

Was macht man also nun in meinem Umfeld mit diesen kleinen Flash-Plugins? Ich konzentriere mich kurz auf die wichtigsten Anwendungen. Knowledge Management ist da so ein Buzz Wort, das mir sofort einfällt.

Knowledge Management hat hier zwei kleine Unterformen. Die erste hat mit der Vermittlung von Wissen an Kunden zu tun. Ein Unternehmen möchte den Kunden mit einem neuen Prozess vertraut machen. Dies wirkt natürlich um einiges erfrischender, wenn man es von netten Menschen in einem Video erklärt bekommt. Dies ist zum Beispiel denkbar, wenn man in einem Programm (sei es nun der Posteingang der Webmailsoftware oder das elektronische Bankgeschäft) ein Änderung der Abläufe erklären möchte und seine Kunden nicht dazu zwingen will, einen langweiligen Flyer im PDF Format zu lesen. Die Akzeptanz des Videos hängt aber hier stark von der Nutzergruppe ab. Es ist davon abzuraten eine Einzelstrategie zu fahren, ein schriftliches Backup ist immer sinnvoll.

Die zweite Form von Wissensvermittlung ist dann vor allem Firmenintern zu sehen. Statt dem neuen Kollegen tausend Dokumente in die Hand zu drücken, damit er sich „mal einlesen“ kann, gibt es heute schon Firmen, welche ein kurzes strukturiertes Interview mit dem Ex-Inhaber des Postens machen. Das ist vor allem sinnvoll, wenn der Mitarbeiter die Firma verlässt, bevor ein Neuer hinein kommt. Die Informationen welche vermittelt werden sind origineller und eingängiger als das „geduldige“ Papier. Die Challenge für das Unternehmen besteht nun hauptsächlich darin, die richtigen Fragen für das Interview zu finden.

Ein weiteres Thema, das ich mit Webvideos verknüpfe, ist die virale Werbung. Früher hat man ja einander Witze erzählt. Dabei kam auch ab und an mal eine Firma vor. Da diese ja dann eher negativ belegt war, wohl kein Aspekt der in den Marketingabteilungen zu heiss diskutiert wurde, oder zumindest nur im Sinne von Abwehrstrategien. Heute hat der Durchschnitts-Büroangestellte ja mindestens ein „lustiges“ Video am Tag in seinem Posteingang. Sozusagen der moderne Witz-Ersatz. Dies ist ein Weg der bereits durch einige Firmen erkannt ist. Dort wird durch „witzige“ Werbespots auf einem neuen Weg von Mund-zu-Mund Propaganda die Zielgruppe erreicht. Noch viraler wird es dann im Zusammenhang mit einer Kampagne wie derjenigen von American Express, welche einen Wettbewerb um die Unterstützung der favorisierten NGO zu einer ihrer erfolgreichsten Werbekampagnen machten (vgl. Artikel McKinsey Quarterly, Registrierung erforderlich). Hierbei stellten sich gar die User in die Dienste der Firma, indem sie auf eigenen Blogs und in Videos zum Thema für die einzelnen NGOs warben.

Die ultimativste und denn auch innovativste Idee für mich ist nun das „Testdriven“ von Märkten in Form von Webvideos. Dies macht man, indem gezielt in Facebook Videos aufgeschaltet werden, welche neue Produkte oder Dienstleistungen beinhalten, und dann die Clickrates und das Interesse auswertet (wurde das Video wirklich zu Ende geschaut?). Nun ist dies wie bei jedem Video natürlich nicht nur abhängig vom Präsentierten, sondern auch von der Präsentationstechnik. Eine Indikation wie das Produkt platziert ist jedoch, die ist sicher. Für Kollegen, welche im Online Retail Geschäft arbeiten, ist dies eine tolle und kosteneffiziente Technik.

Diese Gedanken sollen einmal reichen… Ganz nach dem Motto „anything goes“ freue ich mich auf weitere Ideen und Umsetzungen zum Thema.



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